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Verbot von Einweg E-Zigaretten im Wallis. Philip Morris verliert vor dem Bundesgericht.
Der Kanton Wallis hatte im Mai 2025 ein Verkaufsverbot für Einweg E-Zigaretten erlassen, also Geräte, welche nicht nachfüllbar sind und im Abfall landen, wenn die Flüssigkeit aufgebraucht ist, oder die Batterie leer ist. Ein Recycling der Geräte findet kaum statt, da es zu aufwändig und zu teuer ist, um die Elektronik- und Chemieabfälle zu demontieren und zu trennen.
Die Vereinigung des Schweizerischen Tabakwarenhandels, Philip Morris Schweiz und weitere Parteien waren damit nicht einverstanden und erhoben Beschwerde beim Bundesgericht. Die kantonale Verordnung widerspreche dem Bundesgesetz, welches den Verkauf von Tabakprodukten an Erwachsene generell erlaube, ebenso würde die Wirtschaftsfreiheit verletzt.
Das Bundesgericht wies diese Beschwerde aber ab, weil das Verkaufsverbot nicht nur bezüglich dem Gesundheitsschutz erlassen wurde, sondern auch um die Umweltbelastung durch diese Einwegprodukte zu reduzieren. Auch wenn das Verkaufsverbot einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit wäre, sei es trotzdem gerechtfertigt und verhältnismässig, weil es dem übergeordneten öffentlichen Interesse von Gesundheits- und Umweltschutz entspreche.
Offensichtlich haben da die Tabakkonzerne und Händler Angst, dass in der Schweiz immer mehr Kantone Verkaufsverbote für umweltschädliche Einweg E-Zigaretten umsetzen könnte. Schliesslich sind diese Geräte bereits in Belgien, Grossbritannien, Frankreich und weiteren Ländern verboten. In Australien, Indien, Brasilien und Singapur sind sogar E-Zigaretten aller Art verboten.
Klares Ja in St. Gallen zu rauchfreien Spielplätzen.
Am 14. Juni 2026 haben die Bewohner der Stadt St. Gallen deutlich mit 71,3% Stimmen Ja gesagt zu rauchfreien Spielplätzen. Das Rauchverbot gilt auf allen 128 städtischen Spielplätzen. Speziell zu erwähnen ist, dass das St. Galler Stadtparlament genau zu diesem Thema zwei mal Nein gesagt hat, zuletzt im Jahr 2025. Die Bevölkerung hat das nun mit der Abstimmung 2026 «korrigiert».
Eine politische Ohrfeige für die Stadtregierung, die eigentlich um das Wohle von Kindern und Jugendlichen besorgt sein sollte, welche besonders anfällig für Tabakrauch und Aerosole von E-Zigaretten sind, und sich auch am wenigsten dagegen wehren können.
Erschreckend, dass es dafür überhaupt Gesetze braucht, an diesem Thema dauernd herumdiskutiert wird, und es für Eltern und Spielplatzbesucher nicht selbstverständlich ist, nicht in der Nähe und vor Kindern zu rauchen. Nur der Kanton Genf, die Stadt Chur und einzelne kommunale Gemeinden in der Schweiz kennen bisher solche Verbote.
Hoffen wir, andere Kantone ziehen nach, da es halt mit Freiwilligkeit und dem gesunden Menschenverstand wieder einmal nirgendwo funktioniert. Leider schützen hier auch nicht das Bundesgesetz Schutz vor Passivrauchen, oder die Initiative Kinder ohne Tabak, welche ja von Bund nach Jahren nie korrekt umgesetzt wurde.
Quelle: Artikel auf AT-Schweiz.ch
Die Türkei plant strenge Rauchverbote und möchte den Tabakverkauf und Konsum ab 2040 ganz stoppen.
Während viele europäische Länder sich immer noch an wirksamer Tabakprävention schwer tun, allen voran die Schweiz, plant nun die Türkei überraschend den totalen Tabakausstieg ab dem Jahr 2040.
Vor einigen Jahren kam seitens der EU schon einmal ein Vorstoss, man wolle die EU bis ins Jahr 2040 nahezu rauchfrei machen, bzw. den Anteil der Raucher von ca. 25% auf 5% reduzieren. Dies nebst dem Gesundheitsschutz auch, um von der «Rauchen ist normal Mentalität» wegzukommen, und möglichst eine neue nahezu rauchfreie Generation zu schaffen.
Die Türkei orientiert sich nun an diesen EU Zielen, und arbeitet an einem neuen Gesetzesentwurf. Dieser sieht strenge Rauchverbote vor in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Gebäuden. Seien es Kindergärten, Schulen, Parks, öffentliche Plätze, Strände, Spitälern und natürlich dem Gastgewerbe. Nur noch wenige Ausnahmen sollen möglich sein, z.B. kleinste Fumoirs ohne Bedienung und ohne Konsum.
Der Verkauf soll extrem streng reguliert werden. Der Verkauf an unter 18 jährige wird streng verboten, bei Verstössen kann eine Gefängnisstrafe drohen. Ebenso soll der Zutritt zu Raucherräumen für unter 18 jährige verboten werden. Ebenso Bargeldzahlungen für Tabakprodukte, zwecks besserer Rückverfolgbarkeit der Transaktionen / Verkäufe.
Das sehr gute dabei, und das ist genau das, bei dem die Schweiz die grössten Fehler macht: Die Türkei möchte zukünftig alle Produkte gleich stellen und nicht mehr zwischen Zigaretten, E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Shishas usw. unterscheiden. Sogar Geräte oder Gegenstände die das Rauchen nur imitieren, fallen darunter. Ebenso ist es egal, ob nikotinfrei, echtes oder synthetisches Nikotin. So dass sich niemand mit Schlupflöchern und Ausnahmen durchmogeln kann.
Und durch die laufende Reduzierung des Rauchens durch diese Massnahmen, möchte die Türkei ab 2040 komplett rauchfrei werden: Tabak und alle oben aufgezählten Produkte sollen dann schlichtweg komplett verboten werden. Die Produktion, der Verkauf, der Import, auch Touristen dürfen dann keine Tabakprodukte im Reisegepäck dabei haben.
Lassen wir uns überraschen, ob die Türkei dies umsetzt und bis auf wenige Ausnahmen weltweit ein Zeichen setzt und ein Vorbild ist. Die Schweiz, die nicht einmal die vor 4 Jahren angenommene Initiative «Kinder ohne Tabak» bis heute korrekt umgesetzt hat, sollte dringend nach den EU und WHO Vorgaben / Richtlinien handeln.
Artikel von Watson und Frankfurter Rundschau:
Die Schädlichkeit von E-Zigaretten und Tabakerhitzern lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren.
Die Lüge vom gesünderen Dampfen: Die Tabakindustrie und Werbung behaupten seit der Einführung von E-Zigaretten, Tabakerhitzern und allen vergleichbaren Produkten, dass diese «gesünder» seien als herkömmliche Zigaretten. Dies meistens unter Betonung, dass kein herkömmlicher Verbrennungsprozess mehr stattfinde, der die besonders giftigen Stoffe wie «Teer und Rauch» freisetze. Aber schon die Aussage «gesünder» anstatt «weniger schädlich» ist reine Manipulation und suggeriert dem Konsumenten, dass es nun weniger schädlich sei, und seine Gesundheit kaum noch gefährdet werde.
Ein giftiger Cocktail: In den Medien wird heute noch oft erwähnt, dass Langzeitstudien fehlen, welche die Schädlichkeit von E-Zigaretten oder Tabakerhitzern aufzeigen. Dabei ist jetzt schon klar: Die E-Liquids und Tabakprodukte zum erhitzen, enthalten grundsätzlich schon unzählige giftige Stoffe. In den Liquids von E-Zigaretten z.B. Propylenglykol, Glycerin, Aromastoffe, Süssstoffe, Kühlstoffe wie WS-23. Auch das berühmte Nikotin selbst, welches ein stark süchtig machendes Nervengift ist und den Körper generell vielseitig schädigt. Noch schlimmer: Produkte werden auf Grund fehlender Gesetze oft als nikotinfrei und mit 0mg Nikotin beworben, natürlich auch im Stil von «So ist es gesünder…», enthalten aber die synthetische Nikotinkopie 6-Methylnikotin, welche als gefährlicher und noch süchtiger machend eingestuft wird, als normales Nikotin.
Die meisten Produkte stammen aus China, sind oft entgegen den gesetzlichen Grenzwerten deutlich überdosiert, oder enthalten gar verbotene Stoffe wie Diacetyl oder Acetoin (lungenschädigende Aromastoffe) oder Cumarin (leberschädigend) oder Vitamin E-Acetat (verursachte in den USA schwere Lungenschäden.)
Was beim Erhitzen wirklich passiert: Beim Erhitzen der E-Liquid Flüssigkeiten, bzw. je nach Produkt beim Tabakerhitzen, setzt dies weitere unzählige giftige Komponenten frei, beispielsweise krebserregende Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein, Benzol, häufig auch heikle Aromastoffe wie Diacetyl, welches mit Lungenschäden in Verbindung gebracht wird. Aus den Inhaltsstoffen bzw. auch dem Gerät selbst, können sich Metalle lösen wie Nickel, Chrom, Blei, Cadmium, Kupfer oder Zinn. Nebst dass man sogar bei E-Zigaretten kleinste Partikel inhaliert, welche sich in der Lunge festsetzen können und Langzeitschäden anrichten können. Bei Tabakerhitzern die entgegen E-Zigaretten herkömmliche Tabakmischungen erhitzen, entsteht auf Grund der Temperaturen ebenfalls «Teer». Nicht so viel wie bei der normalen Zigarette, aber entgegen Werbung entstehen also auch bei Tabakerhitzern gefährliche Verbrennungsstoffe und werden inhaliert.
Die Schweiz als Schlusslicht der Prävention: Die Hauptprobleme dabei: Die Schweizer Politik interessiert das Ganze nicht, die Schweiz lag im Jahr 2025 auf Platz 99 von 100 auf dem Tabaklobby-Index, welcher aufzeigt, welche Länder die beste und die schlechteste Tabakpolitik- und Prävention hat. Ebenso ist zwar inzwischen bekannt, welche schädlichen Giftstoffe in den Produkten stecken und beim Verdampfen und Erhitzen entstehen. Aber man will es verschweigen, wie es damals bei der herkömmlichen Zigarette der Fall war. Man verweist nun auf fehlende Langzeitstudien, da halt noch nicht 20 oder 50 Jahre gedampft statt geraucht wurde, aber die ersten Studien und Langzeitstudien kommen langsam heraus. Siehe die untenstehenden weiterführenden Links, auch Google und KI Suchen können weitere spannende Inhalte bieten.
Baden-Württemberg (DE) verbessert ihre Rauchverbote.
Interessanterweise las man in den letzten Tagen in grossen Schlagzeilen auf Blick, 20min und anderen Onlinezeitungen, dass der beliebte Europapark in Deutschland rauchfrei würde, bis auf einzelne Raucherzonen. Natürlich rief das bei manchen gleich Entsetzen hervor, so etwas ist man sich im Raucherland Schweiz doch nicht gewöhnt. Den Hintergrund liest man in einigen Artikeln aber dann erst am Rande oder der zweiten Hälfte:
Baden-Württemberg (DE) macht dem Rest von Deutschland und der ganzen Schweiz vor, was in vielen Ländern bereits die Normalität ist. Die Rauchverbote werden verschärft, insbesondere zum Schutze von Kindern und Jugendlichen. Ab dem 1. Juni 2026 gelten Rauchverbote in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden, Einrichtungen und Innenräumen. Speziell aber auch in Schulen, auf den ganzen Schulgeländen, Tages- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und die dazugehörigen Aussengelände. Ebenso auf Kinderspielplätzen, an Haltestellen vom öffentlichen Personennahverkehr, überdachten Einkaufspassagen, Freibädern, Freizeit- und Vergnügungsparks.
Ebenso gelten die Gesetze nicht einfach nur für herkömmliche Zigaretten, sondern auch für E-Zigaretten und Verdampfungsgeräten aller Art inkl. Shishas. Leider gibt es auch wie üblich viele Ausnahmen, so dürfen Restaurants, Bars, Discos usw. sogar Nebenräume als Raucherräume betreiben, jedoch dürfen sich dort keine unter 18 jährigen Personen aufhalten, und alles muss klar beschildert sein. Kleine Restaurants dürfen sogar als Raucherbetriebe geführt werden, jedoch dann auch nur mit Beschilderung und Zutrittsverbot für unter 18 jährige. Leider schützt das wieder einmal das Personal nicht, welches nicht immer die Wahl hat, die Stelle mal schnell deswegen zu wechseln. Trotzdem beinhaltet das Gesetz auch manche Passagen, die verhindern, dass das Gesetz umgangen werden kann. So dürfen nicht Hauptbereiche verraucht sein, und die Nebenräume eine rauchfreie Zone sein, sondern nur umgekehrt.
Wir wünschen uns ähnliches in der Schweiz. Speziell lächerlich sind bei uns Diskussionen bezüglich ÖV Haltestellen oder Spielplätzen. Anstatt dort wo es wirklich Sinn macht sofort Rauchverbote auszusprechen, wird von Eigenverantwortung oder gesundem Menschenverstand gesprochen, was leider pure Ironie ist und in der Realität schlichtweg nicht funktioniert.
Kein Wunder landet die Schweiz im Jahr 2025 auf dem globalen Tabaklobby Index bei den europäischen Ländern auf dem letzten Platz. Und weltweit bei 100 untersuchten Ländern den zweitletzten Platz vor der Dominikanischen Republik. Die Schweiz hat also nahezu weltweit, immer noch die schwächsten Gesetze und Massnahmen zur Tabakprävention und Schutz vor Tabakrauch und Dampf.
Rauchverbote in Frankreich an diversen öffentlichen Plätzen ab 29. Juni 2025.
Ab heute führt Frankreich Rauchverbote an Stränden, in Parks, Gärten, Spielplätzen, Stadien, Bushaltestellen ein, aber auch vor Schulen oder Bibliotheken und weiteren Orten sollen Rauchverbote gelten, deren Umfang teilweise noch bestimmt werden muss.
Der Französischen Gesundheitsministerin Catherine Vautrine geht es dabei besonders darum, Kinder und Jugendliche vor Tabakrauch zu schützen, oder auch damit Kinder beim Zuschauen beim Rauchen, nicht selbst zum Ausprobieren animiert werden. Bei Schulen sollen die Rauchverbote beispielsweise auch rund um die Gebäude gelten, damit Schüler nicht in den Pausen raus gehen können zum Rauchen. Die Französische Regierung betont, dass in Frankreich schätzungweise 90% der Raucher vor ihrem 18. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen.
Bei Verstössen drohen Bussen bis zu 135 Euro. Leider gilt das Verbot nur für normale Zigaretten, und leider nicht für E-Zigaretten. Ebenso sind ausgerechnet Aussenbereiche von Restaurants und Cafes ausgeschlossen, wobei ja vor allem auch dort Familien mit Kindern sitzen. Andere Länder sind da bereits weiter, Schlusslicht bildet in Europa natürlich wieder einmal die Schweiz, wo draussen noch vielerorts geraucht wird, beispielsweise an Bahnhöfen wo es eigentlich längst verboten ist, Spielplätze verkommen zu öffentlichen Fumoirs usw.
Auch treten auf Grund der französischen Kultur, in welcher das Rauchen lange ein Statussymbol war, oder das Rauchen in französischen Filmen immer noch häufig gezeigt wird, Gegenstimmen auf, oder auch die Frage, wie Rauchverbote an Stränden umgesetzt oder kontrolliert werden soll. So gelte in Marseille am Strand bereits seit 2021 ein lokales Rauchverbot, aber Kippen am Strand sind bis heute weitverbreitet.
Die Ansätze und Ideen sind gut, werden aber leider wie in der Schweiz nur halbherzig umgesetzt und kontrolliert. Immerhin scheint die Französische Gesundheitsbehörde mehr durchzusetzen, als bei uns der Bund. Auch wenn es dort innerhalb der Behörde Leute gibt, die am falschen Ort sitzen. So sagte Anfangs Jahr der dortige Minister Yannick Neuder, dass er zu Rauchverboten in Cafes keine Meinung habe, und man die Franzosen in Ruhe lassen solle.
In Frankreich ist Tabak und Rauchen jährlich für etwa 75’000 Todesfälle verantwortlich (in der Schweiz jährlich immer noch bis ca. 10’000), und in Frankreich verursacht das Rauchen Kosten bis 156 Milliarden Euro. Auch in der Schweiz sind es mehrere Milliarden jährlich, auch wenn dies vom Bund totgeschwiegen wird, oder von der Tabaklobby «schöngeredet» wird, und nur Steuereinnahmen usw. gerechnet werden, anstatt die gewaltigen Gesundheitsschäden und wirtschaftlichen Schäden mitgerechnet werden.
Quellen: Diverse Medien und Zeitungen, z.B. Artikel auf Welt.de, SRF.ch und vielen mehr.
Bund verbietet zukünftig den Verkauf von Einweg E-Zigaretten.
Nebst der Umsetzung der Initiative Kinder ohne Tabak, hat das Parlament Anfangs Juni 2025 auch beschlossen, zukünftig den Verkauf von Einweg E-Zigaretten, auch Puff Bars genannt, zu verbieten. Nachdem der Nationalrat Ende Mai zugestimmt hatte, war Anfangs Juni auch der Ständerat für dieses Verkaufsverbot. Dies auf Grund einer Motion, welche im Jahr 2024 durch den Nationalrat Christophe Clivaz eingereicht wurde, und die damals von der grossen Mehrheit vom Nationalrat angenommen wurde, obwohl der Bundesrat die Ablehnung der Motion empfohlen hatte.
Wiederum hatten hier die Räte auch langsam aber sicher keine andere Wahl mehr. In der Schweiz haben bereits die Kantone Bern, Jura, Wallis und Basel Stadt ein entsprechendes Verkaufsverbot umgesetzt, andere Kantone diskutierten bereits darüber. Auch in ganz Europa gibt es diesbezüglich immer mehr Verkaufsverbote, z.B. in Frankreich, Belgien und Grossbritannien, Deutschland diskutiert auch bereits über das Thema. Ein «Kantönligeist» in der Schweiz hätte hier keinen Sinn gemacht.
Einweg E-Zigaretten sind auf Grund der oft bunten Aufmachung und attraktiven Frucht-Aromen bei Jugendlichen äusserst populär. Jedoch bieten sie ein hohes Suchtpotential und verursachen enorme Umweltschäden, unter anderem da die Geräte aus Plastik, Batterien und Chemikalien oft im Abfall landen, und auch nicht recycelt werden, da dies zu aufwändig und zu teuer wäre.
Parlament setzt endlich Initiative «Kinder ohne Tabak» um – leider teilweise entgegen dem Volkswillen.
Am 4. Juni 2025 wurde im Parlament nach jahrelangem hin und her endlich die Volksinitiative «Kinder ohne Tabak» umgesetzt. Diese verlangte gemäss Initiativtext einen umfangreichen Schutz vor unter 18 jährigen bezüglich dem Verkauf von Tabakprodukten aller Art, aber auch vor Tabakwerbung jeglicher Art.
Leider wurden nicht alle Punkte gemäss der Initiative umgesetzt, so wie immer, wenn dem Parlament und der darin sitzenden Tabaklobby etwas nicht passt.
Tabakwerbung ist zukünftig in den meisten Kanälen, die Kinder und Jugendliche erreichen können, verboten oder stark eingeschränkt. Dazu gehören Plakatwerbung, Kinowerbung, Zeitschriften, auch die Tagespresse, Onlinewerbung, Werbung an Verkaufsstellen sowie auch Sponsoring und Verkaufsförderung. Wie allerdings der Bund das Onlinewerbeverbot umsetzen möchte ist fraglich, auch Schweizer Webseiten sind voll damit, und sobald man einen der Werbelinks anklickt, folgt auf der Seite der werbenden Tabakfirma eine Altersabfrage, bei der man ein beliebiges Geburtsdatum eingeben kann ohne blockiert zu werden.
Eine total unlogische Ausnahme ist, dass diese Verbote nicht für Zigarren und Zigarillos gelten, sofern sich die Werbung nur gezielt an Erwachsene richtet. Auch darf Tabakwerbung weiterhin in Zeitschriften stehen, welche sich an Erwachsene richten, oder hauptsächlich in Abonnements an Erwachsene verkauft werden. Theoretisch sind auch weiterhin mobile Verkaufsstände und Werbung erlaubt, sofern sie keine Jugendlichen erreichen, wobei es nicht viele Orte gibt, wo sich nur Erwachsene aufhalten dürfen. Trotzdem dürfte die Situation und der Jugendschutz durch diese Werbeverbote massiv verbessert werden.
Ab wann das Ganze gilt ist noch unklar, jetzt werden die neuen Regelungen auf Verordnungsstufe umgesetzt. Die Trägerschaft der Initiative wird darauf achten und mitarbeiten, dass dies korrekt geschehen wird.
Quelle: Diverse Medien, u.a. Pressemitteilung von Webseite Kinder ohne Tabak.
Neue E-Zigaretten mit gefährlichem 6-Methylnikotin auf dem Markt, und mit täuschenden Packungshinweisen.
Auf dem Europäischen Markt sind E-Zigaretten aufgetaucht, welche synthetisches, komplett im Labor hergestelltes Nikotin beinhalten. Sogenanntes 6-Methylnikotin, oder auch 6-MN. Dies ist das erste synthetische Nikotin auf dem Markt, obwohl auch in China viele Firmen fleissig daran arbeiten, solche Substanzen herstellen zu können. In Schweizer Onlineshops sind solche Produkte aktuell noch nicht gesichtet worden, können aber problemlos auf ausländischen Plattformen gekauft und in die Schweiz geliefert werden.
Diese Substanz soll die gleiche psychoaktive Wirkung erzielen wie normales Nikotin, oder sogar eine stärkere. Analysen haben bereits gezeigt, dass auf Grund der chemischen Eigenschaften von 6-MN das Suchtpotenzial viel höher sein könnte als bei normalem Nikotin, nebst anderen möglichen noch unerforschten Gesundheitsschädigungen. Es liegen bereits Informationen vor, dass der Stoff drei mal toxischer ist als normales Nikotin, auch liegt der Stoff salzförmig vor, welcher vom Gehirn in dieser Form besser aufgenommen wird.
Produkte mit 6-MN werden teilweise mit betrügerischen Begriffen wie «NoNic» oder sogar «contains no nicotine» als nikotinfrei ausgegeben, oder z.B. mit 0mg Nikotin / 20mg Effekt bezeichnet. Also so, dass das Produkt quasi nikotinfrei und «gesünder» wäre, aber entsprechend wirke, wie normales Nikotin. Konsumenten werden so massiv getäuscht und meinen, ein harmloseres Produkt zu konsumieren. Speziell Jugendliche sind besonders gefährdet, bereits normales Nikotin hat massiven Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns, und kann langfristig negativen Einfluss auf das Konzentrations-, Lern-, und Erinnerungsvermögen haben.
Ebenso werden mit solchen Produkten bestehende Nikotin Reglementierungen umgangen, da es sich eben nicht um echtes Nikotin handelt. Auch die höhere Besteuerung die bei nikotinhaltigen Produkten vorliegt, wird somit umgangen.
Das Thema ist extrem komplex, wir empfehlen Ihnen unbedingt, den umfangreichen Beitrag der AT-Schweiz zu lesen. Dieser ist extrem umfangreich, inhaltsreich, und der Problematik wegen sehr spannend zu lesen.
Quelle und umfangreiche Infos: AT-Schweiz.ch
Immer mehr Kantone mit Einweg-Zigaretten Verkaufsverbot, beim Bund dauert es noch.
Im Laufe der Jahre 2024 und Anfang 2025 haben inzwischen einige Kantone beschlossen, ein Verkaufsverbot für Einweg E-Zigaretten erlassen. Dies vor allem, wegen der extremen Umweltverschmutzung, da die Geräte trotz Elektronik, eingebauter Batterie und den enthaltenen Chemikalien nur einmal verwendet werden können, und dann meist nicht umweltgerecht entsorgt werden, und ein Recycling kaum stattfindet, da es bei diesen Geräten zu komplex und zu teuer ist.
Nebst dass sich bei den Einweg Geräten weder ein Akku wieder aufladen, noch die Flüssigkeit (E-Liquid) nachfüllen lässt, gelten die Einweg E-Zigaretten als idealer Einstieg für Jugendliche oder gar Kinder. Die Geräte kosten viel weniger als die wieder verwendbaren E-Zigaretten und werden oft optisch und mit verlockenden Aromen beworben. Trotz dem neuen Tabakproduktegesetz, welches letztes Jahr in Kraft getreten ist, dürften solche Produkte gar nicht mehr an unter 18 Jährige verkauft werden, aber es finden kaum Kontrollen statt, Jugendliche können Einweg E-Zigaretten problemlos in Läden oder online erhalten.
Im Bund läuft zwar seit einiger Zeit eine Motion, den Verkauf von Einweg E-Zigaretten aus oben genannten Gründen in der ganzen Schweiz zu verbieten, aber wie üblich dauern die Diskussionen und das hin- und herschieben zwischen den Räten Jahre. Einigen Kantonen geht das zu lange. Der Kanton Bern hat im März 2025 mit 92:49 Stimmen beschlossen, ein Verkaufsverbot für Einweg E-Zigaretten durchzusetzen. Dies auch, weil bereits die Kantone Jura, Wallis und Basel-Stadt bereits ein entsprechendes Gesetz beschlossen haben.
Während die EVP und andere Parteien dafür waren, vor allem mit den Argumenten wie Umweltverschmutzung, oder weil die Langzeitfolgen von E-Zigaretten und die Schädlichkeit der Inhaltsstoffe immer noch nicht genau bekannt seien, war die SVP gegen ein Verbot. Das Argument, dass es dem Kanton Bern schade, weil die Leute dann Einweg E-Zigaretten einfach online oder in anderen Kantonen kaufen würden, ist zwar verständlich, aber kaum ein Problem. Vor allem werden so Gelegenheitskäufe unterbunden, oder dass Jugendliche zu einfach an die Geräte kommen. Bleibt zu hoffen, dass der Bund noch im Jahr 2025 das Verbot ausnahme- und lückenlos in der ganzen Schweiz beschliesst. Wiederverwendbare E-Zigaretten sind davon ausgeschlossen, da gilt weiterhin ein Verkaufsverbot an unter 18 jährige.
